Übungsdämpfer Silent Brass für Blechblasinstrumente

Geschrieben am 24.05.2010 von Marion in der Kategorie Zubehör

Nicht jeder Blechbläser hat das Glück, in einem frei stehenden Landhaus zu wohnen oder einen schallisolierten Probenraum zu haben, wo er zu jeder Tages- und Nachtzeit üben kann. Meist gibt es Nachbarn, die nicht ständig mitbekommen möchten, wie sich die bläserischen Künste nebenan entwickeln. Und wer dann aus Sorge um die Nachbarn nur halbherzig in sein Instrument hineinbläst, wird kaum brauchbare Töne hervorbringen - schon gar nicht in der Höhe.

Aber es gibt einen Ausweg aus diesem Teufelskreis: Den Übungsdämpfer “Silent Brass”, der hier genauer vorgestellt werden soll.

Der “Silent Brass”, wörtlich übersetzbar mit “stilles Blech”, besteht aus drei Teilen:

silent brass Übungsdämpfer Silent Brass für Blechblasinstrumente

  • Dem Dämpfer, der in den Schallbecher eingesteckt wird
  • der Schaltzentrale, genannt “Personal Studio”
  • und Ohrstöpseln

Alle drei sind mit Kabeln verbunden. Das mag zwar in der heutigen Zeit, in der vieles bereits wireless geht, etwas altmodisch wirken, lässt sich aber wohl nicht anders lösen.

Zur Schaltzentrale wird eine Schlaufe mit Karabinerhaken geliefert. Wer sich also beim Üben bewegen möchte, klemmt sich das Kästchen am besten an die Gürtelschlaufe. Ansonsten lässt es sich leicht am Notenständer aufhängen. Ein bisschen Vorsicht ist natürlich angeraten, dass man nicht doch einmal über das Kabel stolpert oder mit dem Instrument eine Bewegung machen möchte, die über die Länge des Kabels hinaus geht.

Die Dämpfer unterscheiden sich natürlich je nach Instrument in Form und Größe. Das Bild zeigt die Ausführung für Trompete und Kornett, die jeweils größeren Brüder gibt es für Flügelhorn, Posaune, Waldhorn, Bariton und Tuba. Das Prinzip ist aber immer das gleiche:

trompete silent brass Übungsdämpfer Silent Brass für BlechblasinstrumenteDer Dämpfer wird in den Schallbecher eingeschoben und leicht festgedreht. Natürlich gibt es kein Gewinde, aber der Gummiüberzug an der Spitze des Dämpfers muss ein leichtes Quietschen von sich geben, wenn der Dämpfer fest eingesteckt ist. Andernfalls kann es nämlich passieren, dass er herausfällt, wenn man das Instrument (vor allem Trompete und Posaune) senkrecht hält. Und darauf sollte man es nicht allzuoft ankommen lassen.

Bei der Tuba und beim Bariton ist die Gefahr naturgemäß nicht so groß, und für Waldhörner gibt es extra eine Handschlaufe, mit der man einen stürzenden Silent Brass auffangen kann.

Wenn der Dämpfer in der richtigen Position ist, sollte man zunächst das “Personal Studio” einschalten und erst danach die Ohrstöpsel einsetzen. Dadurch erspart man seinen Ohren nämlich das Knacken, das das Einschalten auslöst. Aber  dann kann das Üben auch schon los gehen.

Die Lautstärke lässt sich über ein Rädchen regulieren. Außerdem kann man entscheiden, ob man den Ton klar oder mit einem leichten Hall hören möchte. Und wer einen Tonträger mit einem Playback-Sound besitzt, kann diesen an das “Personal Studio” anschließen und so die “Gemeinschaftsproduktion” ins Ohr bekommen.

Ausreden, dass man wegen der Nachbarn nicht üben konnte, gibt es von nun an also nicht mehr. Warum sind die guten Lehrer dennoch nicht so richtig begeistert vom Silent Brass? Weil man damit die Qualität des Tons nicht so gut beurteilen kann wie beim Spielen ohne Dämpfer. Das ist natürlich richtig, aber wenn es nur die Alternativen gar nicht üben oder üben mit Silent Brass gibt, ist letztere natürlich die bessere Wahl.

Für die Trompete kann ich noch die kleine Einschränkung anführen, dass das Instrument mit Silent Brass natürlich etwas schwerer wird, was aber kein Grund sein sollte, den linken Arm irgendwo abzustützen.
Dass der Luftfluss mit und ohne Dämpfer unterschiedlich ist, wird auch immer wieder gesagt. Ich persönlich kann hier keinen Unterschied feststellen. Bei mir ist es eher so, dass ich der Luft mit Dämpfer mehr Schwung mitgeben kann, weil ich weiß, dass der Ton gedämpft wird. Ohne Dämpfer fehlt der gerade in höheren Lagen wichtige Schwung manchmal aus Angst, der Ton könnte zu laut werden.

Meine Erfahrung mit einem abwechselnden Üben mit und ohne Silent Brass sind sehr gut. Ohne Dämpfer hätten schon sehr viele Übungseinheiten ausfallen müssen, nicht nur die frühen und späten, sondern besonders die in den Anfängertagen, wo ja noch nicht alle Töne wirklich hörenswert sind. Die Investition hat sich also auf jeden Fall gelohnt.

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