Trompete lernen und schön Trompete spielen
“Der Klang der Trompete ist”, laut Hector Berlioz, “edel und glänzend und kann alle tatkräftigen, stolzen und großartigen Gefühle, wie auch die meisten tragischen Akzente wiedergeben”.
Um einen solchen Klang erreichen zu können, muss man die Grundlagen des Trompetenspiels gut verstanden haben und automatisch anwenden können. Und dafür sind meist schon die ersten Unterrichtsstunden ausschlaggebend.
Grundlage der Tonerzeugung
Die Trompete ist eigentlich “nur” der Verstärker, der den Ton, der durch das Schwingen der Lippen entsteht, weiterverarbeitet. Man kann fast sagen: Was im Mund und Kopf des Trompeters nicht passiert, können die Finger mit den Ventilen kaum noch retten. Denn im Gegensatz zu den Holzblasinstrumenten, wo es (fast) für jeden Ton einen eigenen Griff gibt, gilt bei der Trompete ein Griff für mehrere Töne. Welche dieser Möglichkeiten verwendet wird, entscheiden Lippen, Zunge, Ohren und Konzentration.
Atmung
Um die Lippen in schnelle, regelmäßige Schwingung zu versetzen, wird ein kräftiger Luftstrom benötigt. Deshalb muss jeder Trompeter die Zwerchfellatmung beherrschen, in den Bauch atmen und Brustkorb und Schulter locker lassen. Die Luft muss also schon mit Überzeugung ins Instrument gebracht werden. Wer immer Angst hat, die Nachbarn zu stören und deshalb nur zaghaft in die Trompete bläst, wird kaum schöne Töne spielen können. Das bedeutet aber im Umkehrschluß nicht, dass derjenige am besten spielt, der am lautesten spielt.
Zunge
Die Zungenspitze berührt die unteren Schneidezähne, während die Seiten der Zunge an die Innenkanten des Oberkiefers stoßen. Was kompliziert klingt, macht man beim Pfeifen ganz automatisch, und so sollte man sich gar nicht zu viele Gedanken über die Veränderungen der Zunge beim Trompete spielen machen. Übung macht aus der Zunge schon den Meister.
Lippen
Die Lippen werden ähnlich wie beim Lächeln gespannt, damit zwischen den schwingenden Lippen nur ein schmaler Spalt entsteht. Ist der Spalt zu groß, geht nicht nur die Luft zu schnell verloren (ein beliebter Anfängerfehler bei der Querflöte), sondern auch die Fähigkeit zum Schwingen. Hat man als Trompetenneuling ab und zu mal das Gefühl, als würden einem die Lippen wie von einem Staubsauger in das Mundstück hereingezogen, ist die Lippenspannung zu gering. Das Gefühl für die richtige Lippenspannung entwickelt man am besten durch Buzzing mit und ohne Mundstück.
An den Lippen kann man auch die richtige Position des Mundstücks ablesen. Das Rot der Oberlippe muss sich innerhalb des Mundstücks befinden. Wer also nach dem Absetzen der Trompete einen Abdruck vom Mundstück im oberen Lippenrot hat, muss sein Mundstück höher ansetzen.
Am besten bewegt man das Mundstück von oben kommend in die richtige Endposition. Damit verhindert man, dass die Oberlippe versehentlich nach oben geschoben wird. Wenn die Lippen oder auch der Rand des Mundstücks etwas angefeuchtet sind, kann man leicht noch kleinere Korrekturen bei der Position des Mundstücks vornehmen.
Insgesamt sollte man das Mundstück nur so stark wie gerade nötig an die Lippen drücken. Drückt man nämlich zu fest, können die Lippen gar nicht mehr schwingen. Und die Freude am Trompete spielen wird schnell dadurch getrübt, dass einem ständig die Lippen weh tun.
Finger
Ein Holzbläser lacht wahrscheinlich über die Trompeter, die mit 10 Fingern nur 3 Ventile zu bewegen haben. Aber dafür ist der Weg, den der Finger mit dem Ventil zurücklegen muss, wesentlich länger als der Weg des Fingers auf ein Loch oder eine Klappe beim Holz. Wichtig ist, die Ventile schnell runterzudrücken, damit der Ton gleich sauber klingt. Neben den Ventilen gibt es noch den linken Stimmzug (oder den Daumendrücker), der beim d und cis herausgezogen werden muss. So fühlt sich der Trompeter, wenn er in der entsprechenden Lage spielt, zeitweise wie ein kleiner Posaunist…
Fazit
200 Muskeln werden angespannt, damit man der Trompete einen Ton entlocken kann. Dabei ist wichtig, dass man die richtigen Muskeln verwendet. Mit Gewalt bringt jeder irgendwie Töne aus der Trompete. Aber nur mit der richtigen Technik werden es die “edlen und glänzenden” Töne, und nur mit der richtigen Technik erhält man sich langfristig die Freude am Trompetenspiel – und das lohnt sich wirklich.




ich spiele seit ca.10 jahren trompete und habe noch nie einen gescheiden ansatz gehabt.bitte helft mir
@dopfer: Sorry, aber ich kann dir natürlich über den Blog nicht zu einem guten Ansatz verhelfen. Ich kann dir nur raten, dir einen guten Lehrer zu suchen, der deinen jetzigen Ansatz betrachten und dir konkrete Verbesserungsvorschläge machen und diese dann mit dir auch üben kann. Viel Erfolg!
@dopfer
Thema Ansatz ist eine reine Grunde Trainingssache.
Zu beachten ist:
- richtige Mundstückwahl
Hol dir am Besten ein Mundstückschraubsatz um nicht 30-40 verschiedene Mundstücke zu kaufen um unter diesen das ideale für dich rauszupicken. Zusätzliche Mundstücke kann man kaufen, wenn man durch den Schraubsatz(A&S z.b. kostet 30EUR zzgl. Porto) eine Richtung bekommen hat und noch stärker ins Detail gehen will.
- richtige Aufwärmrunde vor dem “Üben” der Übungslieder
So lächerlich wie das für manche klingt, aber Atemübungen und trocken Mundgymnastik kann ein guter Wegbereiter sein einen stabilen und guten Ansatz zu erarbeiten. Wenn man diesen erst einmal hat und täglich spielt, können diese Trockenübungen wegfallen, weil man schon ein bestimmtes Level erreicht hat.
Das bedeutet aber nicht das man die Kanne in die Hand nimmt und losträllert. 5min Aufwärmen in der Chromatik gebunden oder nicht, ist PFLICHT!! Sonst machste dir über längeren Zeitraum die Lippen kaputt.
- richtiger Lehrer oder Ausdauer beim selber rausfinden
Wenn man Zeit, Geld, Ausdauer und vorallem Spaß an der Musik hat kann man das Ideale für sich autodidaktisch suchen, finden und nutzen.
Ein Lehrer bringt den Vorteil, solange er gut ist, das er einem vor Fallstricken bewahren kann. Thema falsche Atemtechniken. Einmal drinnen ist die sehr schwer ohne Lehrer wieder wegzubekommen.
Grüße
Ich spiele auch gerade 10 Jahre, habe aber erst mit 50 Jahren angefangen und habe Ansatz wie eine Wildsau. Spiele quasi ohne zu ermüden um c³ und höher, aber auch tief macht mir nichts. Aber was heißt: ” Ich spiele seit 10 Jahren Trompete? Wieviel übst du täglich? Also ich übe täglich bei 5-7 “Sitzungen” insgesamt so zwischen 3-5 Stunden. Im ersten Jahr kam ich gerade auf eine Stunde, danach ging nichts mehr. Am besten morgens nach dem Aufstehen die erste Übung und abends um null Uhr die letzte. Geht nicht; das ist ein anderes Problem. Kein Fernsehen, kein Bier saufen einfach zäh das Ding runterspulen. Und nicht mit Gewalt. Wenn die Luft seitlich entweicht, Aufhören, sofort. Kleine Pause und weiter. Klavier spielen lernt man nicht mehr mit 50 aber ein Blechblasinstrument allemal. Ich habe es allen gezeigt. Übrigens im ersten Jahr fing ich nach einer Herpespause von einer Woche wieder ansatzmäßig von vorne an. Heute spiele ich bei Herpesschüben einfach durch. Auch daran kann man sich gewöhnen. Mit Verstand üben, üben, üben, üben,üben,üben…..
vielen dank!
ab jetzt weiss ich genau,wie ich trompete spielen muss
Ich bin 17 Jahre alt und habe mit 10 angefangen Trompete zu spielen. Nun finde ich es sehr einfach, habe einen richigen profi als lehrer und habe es schon ziemlich weit geschafft. Von den Tönen her komme ich leider nur bis a2 aber ich versuche immer wieder höher zu kommen. Ich rege mich immer darüber auf, wenn leute meinen die Trompete sei das leichteste Blechblasinstrument. Also wer das sagt hat wirklich keine ahnung. Ich habe mal probiert Waldhorn zu spielen und das war mir fast zu einfach =D Mag ja sein dass Anfänger Töne aus dem Instrument bekommen, aber dann sicherlich ohne schönen klang oder ausdruck. Ich habe 2-3 Jahre gebraucht bis ich endlich einen sehr schönen Klang hatte.
Was für Trompeten habt ihr?
Ich habe mir jetzt eine Trompete gekauft und will lernen zu spielen.
Ich nehme aber schon Saxophonunterricht und will jetzt nicht auch noch Trompetenunterricht nehmen da ich “nur zum Spaß” spilen will. Hab ich ne chance es einigermaßen hinzukriegen ohne professionellen Unterricht? Ich will mir noch so ein Heft zulegen, das man ja im Unterricht auch bekommen würde, aber genügt das?
Habt ihr Tipps was ich besonders beachten sollte?
@Sarah: Aus eigener Erfahrung muss ich dich leider enttäuschen: Ohne guten (!) Lehrer wirst du wenig Erfolg mit der Trompete haben. Sax und Trompete erfordern einen komplett unterschiedlichen Ansatz, wobei Trompete erheblich schwerer ist. Ich habe mir das auch nicht vorstellen können, weiß aber jetzt, dass es so ist. Bei der Trompete müssen so viele Dinge 100% zusammenpassen, damit es funktioniert. Ansonsten wirst du weder weit vorankommen noch Spaß daran haben.