perc.pro – CD-Label, Notenverlag und mehr
Musiker, die eine CD aufnehmen möchten, brauchen ein Label, damit die feinen Klänge auch gut auf die Silberscheibe gelangen. So ging es auch Bozen Brass mit der neuen CD “Black Or White“. Ihre Wahl fiel auf perc.pro, ein kleines, aber sehr engagiertes Label. perc.pro kann man auch als schlagkräftig bezeichnen, wenn man “perc” zu Percussion vervollständigt. Denn Michael Gärtner, der Geschäftsführer von perc.pro, ist Pauker und Schlagzeuger bei der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserlautern. Er hat mir in einem Interview interessante Dinge über seine Firma und die Musik erzählt.
Für alle, die noch nie eine CD aufgenommen haben – welche Rolle spielt das Label?
Michael: Jeder Musikhörer hat die Erwartung, dass die Musik seiner Wahl im Laden zu kaufen ist oder im Internet zum Download angeboten wird. Genau das sind die wesentlichen Aufgaben eines Labels. Es trägt Sorge dafür, dass die Neuerscheinung mit den verkaufswichtigen Komponenten wie Barcode, Vertrieb etc. ausgestattet ist. Darüber hinaus ist das Label quasi Bindeglied zwischen Künstler und Verwertungsgesellschaften wie der GEMA, welche die Rechte der Urheber schützt. Nur eine ordnungsgemäß angemeldete CD-Produktion erhält auch die Freigabe zum Pressen der CD.
Worauf sollte ein Musiker bzw. ein Ensemble bei der Auswahl seines Labels achten?
Michael: Das Label sollte über gute Vertriebswege verfügen. Außerdem sollte sich der Künstler im Umgang mit dem zuständigen Sachbearbeiter wohlfühlen. Sowohl der Künstler als auch das Label müssen zu 100 % hinter der Neuveröffentlichung stehen.
Warum hast du perc.pro gegründet?
Michael: Perc.pro ist das Resultat von Plänen, Projekten und Produktionen, für die ein Label wichtig sind. Um das lästige „Klinkenputzen“ zu umgehen, habe ich kurzerhand selbst das Heft in die Hand genommen und den zeitintensiven Bearbeitungsvorgang erledigt. Mittlerweile sind aus den eigenen Projekten vielerlei CDs mit anderen herausragenden Künstlern geworden
Bringst Du besondere Erfahrungen aus deiner eigenen Tätigkeit als Musiker in die Firma ein?
Michael: Seit mehr als 15 Jahren bin ich Pauker und Schlagzeuger im Orchester des Saarländischen Rundfunks, einem Orchester der ARD. Zwangsläufig ist man da mit CD-Produktionen, Rundfunkaufnahmen und natürlich auch den Dingen hinter dem Mikrophon konfrontiert.
Welche Zielgruppe möchtest Du mit perc.pro vor allem ansprechen?
Michael: Die Zielgruppe ist nicht eindeutig zu fassen, da die Geschmäcker zu unterschiedlich sind. Es wäre auch vermessen, mit jeder Neuerscheinung seinen kompletten Hörerstamm von den Sitzen zu reißen. Vielmehr reizt es mich, Ensembles und Künstler, die sich auf mich und perc.pro einlassen, zu einer Veröffentlichung zu begleiten, die beide Seiten 100 % überzeugt.
Worin unterscheidet sich perc.pro von anderen Labels?
Michael: Es ist wahrscheinlich die Sorgfalt, die bei jeder Produktion angelegt wird. Nicht die Masse, sondern die Qualität jeder einzelnen CD steht im Vordergrund.
Welche weiteren Dienstleistungen bietet perc.pro für Musiker?
Neben der klassischen CD biete ich an, unverlegtes Notenmaterial zu veröffentlichen. Darüber hinaus soll der Künstler oder das Ensemble natürlich auch live zu hören sein.
Wie soll sich perc.pro weiter entwickeln? Wo möchtest du in 5 Jahren stehen?
Michael: Geplant ist eine Art Klangwerkstatt, die jedem Künstler und Ensemble, der/das Interesse an einer Zusammenarbeit hat, die Möglichkeit eines Live-Konzerts und natürlich auch der CD-Aufnahme bietet.
Glaubst Du, dass die neuen Möglichkeiten des Internets auch Auswirkungen auf die CD-Branche haben werden, z.B. Download von Musik?
Michael: Davon bin ich überzeugt. Wenn man überlegt, dass der Download weltweit keine Einschränkung der Werbemöglichkeiten beinhaltet, ist das schon gewaltig.
Im Übrigen ist Black or White seit 05.November 2010 bei allen gängigen Portalen downloadbar.
Kannst Du von besonderen Erlebnissen mit perc.pro berichten?
Michael: Die witzigste Anfrage war, NENA-Hits auf Ungarisch zu veröffentlichen.
Wir Hobbymusiker bewundern Euch Berufsmusiker und beneiden Euch zuweilen, dass Ihr Euer Hobby zum Beruf machen konntet. Aber wie ist die Musikbranche und das Leben als Berufsmusiker wirklich? Wahrscheinlich gibt es Licht und Schatten wie in jedem anderen Beruf, oder?
Michael: Erstens bin ich fest davon überzeugt, dass sowohl Berufsmusiker von den sogenannten Laien wie umgekehrt lernen und profitieren.
Das Wichtigste ist doch der Grund, warum wir Musik machen. Anderen, die zuhören, eine Freude zu machen. Ob das nun auf einer Alm oder im Konzertsaal ist. Das macht letztlich keinen Unterschied.
Möchtest Du unseren Lesern noch etwas mitteilen?
Michael: Musik ist mit das Schönste, was man auf dieser Welt machen kann.
In der weiteren Entwicklung von perc.pro wird auch Robert Neumair (rechts im Bild) eine größere Rolle spielen. Als erstes wird derzeit die Website von perc.pro überarbeitet. Wenn es soweit ist, wird es hier im Blog natürlich einen Bericht geben.



