Musikunterricht als Erwachsener
Was ist alles zu bedenken, wenn man als Erwachsener den Plan hat, Musikunterricht zu nehmen? Der folgende Erfahrungsbericht gibt Tipps und Ratschläge dazu:
Wie kommt man als Erwachsener auf die Idee ein Instrument zu erlernen oder wie in meinem Fall nochmal zu erlernen?
Ausschlaggebend war bei mir der Zeitungsbericht mit dem Titel: „Hobby-Musik Unterstützung gesucht“.
Ich habe mir also als erstes die Homepage der Bayerischen Klangperlen angeschaut.
Hier kamen für mich gleich mehrere Dinge zusammen:
- Neustart – ich konnte von Anfang an mitmachen und war genauso neu wie alle anderen auch.
- Ich hatte vor einigen Jahrzehnten mal in einer Blaskapelle gespielt, was mir sehr viel Spass gemacht hat und war gerade dabei mir zu überlegen, was man außer arbeiten noch so machen könnte.
- Die Proben sollten im Münchner Norden stattfinden, für mich also sozusagen ein Heimspiel.
- Es wurden ausdrücklich auch Anfängerinnen angesprochen, zu denen ich mich nach so langer Pause zählte.
- Als „Neu-Münchnerin“ habe ich die Möglichkeit, Leute kennen zu lernen
Damit das Ganze nicht einfach im Sande verlief, habe gleich mal Kontakt mit Marion, der Gründerin des Orchesters, aufgenommen. Damit war der Anfang gemacht und ich musste jetzt handeln.
Also auf in den Keller und mein Altsaxophon ans Tageslicht zurück befördern. Die Jahre im Keller waren nicht unberührt an meinem Instrument vorbei gegangen. Es roch muffig und gab keinen vernünftigen Ton mehr von sich.
Ich habe mich also im Internet schlau gemacht, wo ich das Instrument überholen lassen kann.
Meine nächste Überlegung war, wie ich meine längst verschütt gegangenen Kenntnisse wieder hervorkramen kann.
Es gab die folgenden Möglichkeiten:
- Ich probiereinfach rum, ich habe es ja schon mal gekonnt.
- Ich lege mir ein Lehrbuch zu und versuche es auf eigene Faust.
- Ich nehme Unterricht.
Ich entschied mich dafür, Unterricht zu nehmen, weil ich nicht nur so herumtröten wollte, sondern das Ziel vor Augen hatte, in der Blaskapelle mitzuspielen.
Jetzt galt es zu klären, welche Art von Unterricht für mich am besten geeignet wäre:
- Einzelunterricht
- Gruppenunterricht
- Privatlehrer
- Musikschule
Und die weiteren Fragen lauteten:
- Wie integriere ich die Unterrichtsstunden in eine ausgefüllte Arbeitswoche?
- Wer bietet Unterricht für Berufstätige an, also vorzugsweise in den Abendstunden?
Im Internet stieß ich auf ein interessantes Angebot der Musikschule Ohrwurm.
Ich füllte also das Kontaktformular aus und wartete.
Recht schnell erhielt ich einen Anruf des Saxophon-Lehrers und konnte mit ihm direkt eine Probestunde vereinbaren.
Das Ergebnis war:
- Einzelunterricht alle 2 Wochen
- Die Zeit liegt optimal gegen Abend.
- Ich kann alles fragen, was ich wissen möchte.
- Mir werden auch Griffe gezeigt, die ich nicht auf meiner Grifftabelle finde.
- Ich lerne die Basics und verschiedene Stilrichtungen.
- Man kann sich dort auf keinen Fall blamieren.
- Ich spiele alleine, mit meinem Lehrer zusammen, oder er begleitet mich am Klavier.
- Die Stunden sind locker und bringen viel Spass.
- Es ist für mich Erholung und völlig stressfrei.
- Ich freue mich jede Woche auf Probe oder Unterricht
Für mich war das genau die richtige Entscheidung.
Meine Botschaft an alle, die schon immer gerne mal ein Instrument lernen wollten aber glauben, sie sind zu alt dafür:
Überlegt euch, welche Musik ihr machen möchtet. Mit einem Ziel vor Augen geht es viel leichter.
Traut euch – Alter ist nur eine Zahl und völlig unwichtig, wenn man Musik machen möchte.



