Konzertpremiere der Brass Band South Section im Chiemgau
Der Brass Band-Workshop im November war der Anfang, und nun gibt es sie wirklich, die South Section Brass Band im Chiemgau. Am 30. und 31. Januar 2010 fanden die Premierenkonzerte in Bergen und Traunreut statt.

Nach nur einer Probe und einem Probenwochenende war Dirigent Leopold „Poldi“ Gnedel mit seinen Musikern so weit, sich der Öffentlichkeit zu stellen und den Brass Band-Sound auch im Chiemgau erklingen zu lassen. Auf der Bühne nahmen 24 Musiker Platz, aufgeteilt auf
- 10 Kornette
- 1 Flügelhorn
- 2 Alt-Hörner
- 2 Baritone
- 2 Posaunen
- 3 Tuben
- 3 Schlagzeuger
Vor der Bühne führte ein Moderator sach- und fachkundig durch das Programm.
Das Konzert in Felden war allerdings ein reiner Insider-Tipp, und es mag das Glück der Musiker gewesen sein, dass sie von der hell erleuchteten Bühne keine Sicht auf den ziemlich leeren Zuschauerraum hatten.
“Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”, so der Moderator zu Beginn des Konzerts. Aber aller Anfang ist natürlich auch schwer. Mit ihrer musikalischen Qualität und der gelungenen Programmauswahl muss sich die South Section allerdings nicht verstecken und sollte nicht allzu traurig sein, dass die Resonanz (noch) nicht soooo riesig war.
Im ersten Teil des Konzerts wurde ein Querschnitt aus dem typischen Repertoire von Brass Bands geboten. Von amerikanischer Kirchenmusik über Märsche und Filmmusik bis hin zu einer Suite in 3 Sätzen war alles vorhanden.
Und wie klingt nun eine Brass Band? Toll und auf keinen Fall laut oder aufdringlich, wie man vielleicht befürchten könnte. Ein Vergleich mit einem Blasorchester oder einen Blechbläser-Quintett ist schwer zu ziehen, weil es einfach etwas ganz anderes ist.
3 Cornette mit Dämpfer bieten jedenfalls ein ganz tolles Hörerlebnis, bei dem ich mich kurzzeitig gefragt habe, wo denn plötzlich die Sängerin herkommt. Die tiefen Blechbläser bilden einen dichten, sanften Klangteppich, über dem die Hochbleche mal ebenso sanft, aber auch mal hoch und prägnant auftreten konnten.
Immer wieder gab es mustergültige Cornet-Soli von Stephan Schilcher in der Konzertmeister-Position.
Nach 40 Minuten toller Musik wurde den Zuhörern ein besonderes Stück mit einer Länge von 20 Minuten angekündigt…die wohlverdiente Pause - vor allem für die Blechbläser-Lippen.
Der zweite Teil begann mit Filmmusik: “Rocky” und “James Bond - in tödlicher Mission” wurden akustisch dargeboten. Und wieder kam die Vielfalt der Blechbläser zum Tragen, die von einem feinen Piano bis zu einem strahlenden Forte-Klang alles zu bieten hatten.
Der Kontrast zwischen laut und leise war auch im darauffolgenden Marsch aus der Kolonialzeit mit dem Titel “Cross Honor” zu hören. Er erzählt vom Kampf in Afrika gegen die aufständischen Buren.
Welcher Musikstil fehlte nun noch im Angebot? Richtig, Swing! Und der wurde mit “Morning Star” von Robinson präsentiert, bevor der Marsch “ARC Centennial” das offizielle Ende des Konzerts einläutete.
Aber auch wenn es wenige Zuhörer waren, bedeutet das natürlich nicht, dass es keinen große Beifall gegeben hätte. Denn das Publikum war fachkundig genug, sich noch “Amazing Grace” als Zugabe zu erklatschen.
Der Chiemgau hat nun also auch eine Brass Band. Weitere Musiker sind immer noch willkommen. Und für den Herbst sind die nächsten Aktivitäten geplant.
Ich bin gespannt und hoffe, dass ich dann auch schon auf der Bühne dabei sein kann.



