Klarinettenständer im Wandel
Eine B-Klarinette steht ja eigentlich auf ihrem Schallbecher schon ganz gut. Aber wehe dem, es kommt ein Wind oder der Boden wackelt… Wer seine Klarinette also liebt, der stellt sie auf einen Klarinettenständer.
Interessanterweise haben sich die Klarinettenständer in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Und diesen Wandel und die Vielfalt der heute erhältlichen Ständer habe ich im Bild festgehalten.
Am Anfang gab es diese Modelle, die aus einem festen Holzkegel bestanden, an den unten zwei Beinchen angeschraubt waren. Diese Beinchen konnte man übereinander drehen, so dass der Ständer wenigstens einigermaßen flach zu verstauen war. Aber der Platzbedarf in der Tasche war dennoch relativ groß. Früher war der Holzkegel unattraktiv braun, während die heutigen Modelle wenigstens eine neutrale, ansehnliche Farbe besitzen.

Klarinettenständer mit Drehfuß
Eine Variante dieses Prinzips stellt dieser Klarinettenständer dar, der ein Unikat zu sein scheint. Selbst die Besitzerin wusste nicht, wo sie ihn her hat. Die Beine lassen sich hier nicht drehen, sondern der Ständer wird komplett zerlegt, so dass 2 Beine und der Kegel übrig bleiben.

Ein ganz rarer Klarinettenständer
Das folgende Modell ist in der Tat ein Unikat, nämlich Marke Eigenbau. Im Jugendorchester vor vielen, vielen Jahren habe ich mich fast dafür geschämt und habe die anderen mit ihren handelsüblichen Ständern beneidet. Später wusste ich das Unikat zu schätzen. Mit einer schwungvollen Drehbewegung lässt sich die Bodenplatte abschrauben, so dass der Platzbedarf in der Tasche auch geringer wird. Da die Standfestigkeit aber ein wenig zu wünschen übrig lässt, wenn der Boden nicht ganz eben ist, bin ich inzwischen doch auf ein 4-beiniges Modell umgestiegen.

Klarinettenständer Marke Eigenbau
Irgendwann haben die Tüftler neue Ideen für die Beine der Klarinettenständer bekommen. Die Kombination aus stabilem Stand und platzsparender Unterbringung führte dazu, dass die Beine neben dem Kegel hochgeklappt werden konnten. Die Idee ist gut, wenn auch nicht bei allen Instrumentenständern vollständig ausgereift. Bei meinem Flötenständer nämlich graben sich mit der Zeit die oberen Enden der Beinchen in das Holz des eigentlichen Flötenständers, was nicht besonders schön aussieht.

Klarinettenständer mit hochklappbaren Beinen
Die Platzersparnis bei den Beinchen des Klarinettenständers hatte damit aber noch kein Ende gefunden. Denn der Kegel, auf dem die Klarinette steht, muss ja nicht massiv sein. Und so wurde er eines Tages ausgehöhlt, um im Inneren Platz für die geschickt zusammengeklappten Beine zu schaffen. Die doppelte Nutzung des Gewindes zum Anschrauben der ausgeklappten Beine und zum Festschrauben der zusammengeklappten Beine sorgt nicht nur für den festen Stand mit Instrument, sondern ermöglicht es erstmals, den Ständer im Schallbecher im Klarinettenkoffer zu transportieren. Und das ist ein riesengroßer Vorteil gegenüber allen anderen Modellen.

Klarinettenständer mit geschraubtem Fuß
Teilweise findet man noch ein anderes Modell, das aber eher aus dem Bereich der Blechblasinstrumente kommt. Denn sechs statt vier Beine sind für Holzblasinstrumente ungewöhnlich. Und die Kegelform, die dem Schallbecher ähnelt, ist kaum noch zu erkennen. Dafür steht die Klarinette ziemlich hoch über dem Boden. Sollte die Bühne mal nach einem Wolkenbruch unter Wasser stehen, würde das Instrument auf diesem Ständer keine nassen Füße bekommen, während der Ständer Marke Eigenbau selbst gerettet werden müsste.

Klarinettenständer mit 6 Beinen
Ich bin gespannt, ob es irgendwann wieder ein neues Modell geben wird. Weitere Verbesserungspotenziale sehe ich allerdings im Moment nicht mehr – lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.



