Fortbildung für Blechbläser mit Bozen Brass – immer ein Gewinn
Die Musikschule Neckargemünd mit ihrem Leiter Frank Rinne hatte eine wunderbare Idee: Sie haben einen Workshop für Blechbläser mit Bozen Brass mit den Neckargemünder Bläsertagen und einem Konzert von Bozen Brass an einem Wochenende kombiniert. Das Ergebnis: viele neue Erkenntnisse bei den Workshopteilnehmern und große Begeisterung bei den Konzertbesuchern. Wer nicht dabei war, hat definitiv etwas verpasst!
Rund 20 Blechbläser hatten sich zum Workshop in dem schönen Städtchen am Neckar angemeldet. Das ist zwar für die Bläserdichte in der Region nicht so viel. Aber die Teilnehmer konnten sich über sehr intensives Lernen in kleinen Gruppen freuen. Punkt 10 Uhr ging es mit einer kurzen Begrüßung durch Frank Rinne los. Danach folgte die Aufteilung der Hobby-Musiker und -Musikerinnen auf die einzelnen Lehrer.
Ganz besonderes Glück hatte der einzige Tubist, der einen Tag Privatunterricht bei Toni Pichler genießen konnte. Stefan Mahlknecht kümmerte sich um die Posaunisten und Tenorhornisten, und Norbert Fink scharte eine Gruppe Hornisten um sich. Aufzuteilen waren schließlich nur die Trompeter, für die Anton Ludwig Wilhalm und Kurt Körner, dem Vertreter von Robert Neumair, zur Verfügung standen.

Der Vormittag galt der Vermittlung grundlegender Techniken, die Blechbläser immer beschäftigen: Ansatz, Atmung, Luftführung, Stoß. Anton Ludwig Wilhalm hat seiner Trompetengruppe die verschiedenen Themen mit ein wenig Theorie erklärt und dann an Hand von praktischen Übungen demonstriert. Alle Übungen konnten die Teilnehmer in einer Mappe zusammengestellt mitnehmen, um zu Hause weiter arbeiten zu können. Die kurzen Übungen wurden reihum durchgespielt, so dass unser Lehrer bei jedem individuell schauen konnte, was schon gut geht oder wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Wo nötig, gab es ein paar spezielle Übungen oder Anleitungen aus dem reichen Wissensschatz des erfahrenen Trompeters ebenso wie kompetente Antworten auf alle Fragen der Teilnehmer.
Bei den Blechbläsern von Bozen Brass findet man die ideale Kombination, dass sie ihre Instrumente meisterhaft beherrschen und gleichzeitig bereit und offen sind, ihr Wissen weiterzugeben. Denn ein guter Musiker muss nicht immer ein guter Lehrer sein, dann nämlich, wenn er intuitiv alles richtig macht, die Probleme der meisten Schüler also gar nicht aus eigener Erfahrung kennt und deshalb auch keine Lösungen dafür bieten kann.

Anton Ludwig Wilhalm ist als junger Trompeter den harten Weg gegangen, hat nach eigenen Angaben viel falsch gemacht, musste viel probieren und fragen. Aber genau davon profitieren seine Schüler heute. Und so entstehen so interessante Übungen, bei denen der Schüler sich allein auf den Luftfluß ins Instrument konzentrieren kann, während der Lehrer sich um das Greifen kümmert.
Verschiedene Übungen wurden dann auch gemeinsam in der Gruppe gespielt. Der Vormittag verging so wie im Flug.
Am Nachmittag stand die Praxis mit Ensemblespiel im Vordergrund. Jeder Lehrer studierte mit seinen Schülern ein paar kurze Stücke ein, die am Abend bei einem kleinen Teilnehmerkonzert vorgespielt werden sollte.
Die besten Blechbläser wurden dann noch zu einem klassischen Blechbläserquintett à la Bozen Brass zusammengeführt, das Anton Ludwig Wilhalm mit vollem Einsatz fit machte.

Der Workshop endete mit einem kleinen Konzert der Teilnehmer, bei dem Angehörige und sicher auch ein paar Musikbegeisterte hören konnten, was in wenigen Stunden musikalisch erreichbar ist, wenn die Lehrer kompetent und ebenso wie die Schüler hoch motiviert sind, zu zeigen, wie schön Musik sein kann.
Den Anfang machte Stefan Mahlknecht (ganz links) mit seinen Posaunen und Tenorhörnern:

Danach folgte Kurt Körner (ganz rechts), der die jüngsten Trompeter in seiner Gruppe hatte:

Ein Tuba-Duett gab es von Toni Pichler und seinem Schüler:

Ganz wunderbare Töne bot Norbert Fink (ganz rechts) mit seinen Hornistinnen und Hornisten. Dass er sich in jungen Jahren in den Klang des Horns verliebt hat, war da gut nachvollziehbar.

Die Trompetengruppe von Anton Ludwig Wilhalm und das Quintett rundeten das Konzert ab.
Wenn ich sage, dass der Workshop insgesamt eine sehr runde Sache war, sehr gut organisiert mit Getränken und Mittagessen und sowohl musikalisch als auch menschlich sehr interessant und lehrreich, dann stimmt das zwar, ist aber ziemlich untertrieben. Dieser Workshop hat deutliche Spuren hinterlassen. Nicht nur, dass sich die Teilnehmer am Samstag abend begeistert bedankt und verabschiedet haben. Wenn sich Mütter am darauffolgenden Tag bei den Lehrern für den Tag bedanken, muss der Workshop beim jungen Schülern doch einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Wenn ein erwachsener Trompeter berichtet, dass er am Vormittag mit einem Holzdübel im Mund spazieren gegangen ist, um die Weite im Rachenraum zu trainieren, ist die Saat rasend schnell aufgegangen. Und das sind nur zwei Beispiele von echter Begeisterung aus dem Kreis der Teilnehmer.
Ich kann den Workshop mit Bozen Brass nur allen Blechbläsern empfehlen. Musikschulen oder Musikkapellen können die Südtiroler Musiker buchen – sie kommen überall hin. Vielleicht ja auch 2011 wieder nach Neckargemünd.



