Blasmusik-Fortbildung beim Bläserurlaub Bad Goisern

Geschrieben am 5.09.2009 von Marion in der Kategorie Musikunterricht

Über 500 Teilnehmer haben die beiden Kurse des 14. Bläserurlaubs 2009 in Bad Goisern besucht, viel gelernt, tolle Musik gemacht und jede Menge Spaß gehabt. Die “Verpackung”, also die Internetseiten, die Anmeldebestätigung und das schriftliche Kursprogramm, sind zwar eher spartanisch. Dafür ist der Inhalt aber wirklich vom Allerfeinsten!

Die guten Dinge, die ich schon bei meinem ersten Bläserurlaub vor 5 Jahren erlebt habe, wurden inzwischen durch weitere Angebote ergänzt, so dass die heurigen Kurse noch um einiges runder und wertvoller geworden sind. Was bietet der Bläserurlaub im einzelnen:

Unterricht in allen Blasinstrumenten und Schlagzeug

Der Unterricht beim Bläserurlaub ist in den meisten Fällen nicht mit dem zu vergleichen, was man üblicherweise an einer Musikschule erlebt. In Bad Goisern werden wirklich die besten Musiker und Musiklehrer aufgeboten, die nicht nur ihr Instrument perfekt beherrschen, sondern aus dem Unterricht etwas Besonderes machen. Ob Jungmusiker, aufstrebendes Talent oder Neu- oder Quereinsteiger älterer Semester – jeder wird dort abgeholt, wo er gerade steht und mit einem individuellen Übungsprogramm gefördert. Es ist faszinierend, mit welcher Begeisterung und welchem Engagement die Lehrer ihr Wissen und damit die Freude an der Musik weitergeben.

Bei den Trompeten gab es an den ersten 4 Tagen Unterricht beim gleichen Lehrer. An den beiden anderen Tagen konnte sich jeder Schüler bei anderen Lehrern eintragen. Diese Regelung war ein echter Gewinn, denn jeder  Lehrer hat auf andere Dinge geachtet, so dass in Summe sehr viele neue Erkenntnisse und Anregungen zusammen gekommen sind.

Bewährt hat sich auch das Angebot, sich als Zuhörer zu anderen Musikern in den Unterricht zu setzen. Dabei kann man nicht nur fachlich einiges lernen, sondern noch intensiver die Liebe zur Musik und das Streben der Lehrer, die Schüler weiter zu bringen, in sich aufnehmen und als Motivationsschub in sich aufnehmen. Denn es ist ja leider nicht immer selbstverständlich, dass Profis ihr Wissen bereitwillig an Laien weitergeben, für jedes Problem eine Lösung haben und vor allem nicht über Anfängerfehler die Nase rümpfen und auch, dass man den Herrn Professor ganz unkompliziert duzen darf.

Ensemblespiel

Beim Bläserurlaub gibt es neben dem Unterricht vielfältige Möglichkeiten, gemeinsam zu musizieren. Ob als Solist, im Duett mit dem Lehrer, in kleinen Besetzungen mit anderen Teilnehmern am gleichen Instrument, in Holz- oder Blechbläsergruppen oder in großen Orchestern, alles ist möglich. Und was in der Woche einstudiert wird, darf dann auch bei verschiedenen Konzerten vorgetragen werden.

Wo sonst hat man die Möglichkeit, in einem Ensemble mit 40 Trompeten zu spielen?

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Und wo sonst hat man die Möglichkeit, junge Musiktalente und ihre hervorragenden Solo-Beiträge aus nächster Nähe zu erleben – im Bild auch noch mit vollem Einsatz des Kursleiters Josef Steinböck:

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Nebenfächer

Jeder Blasmusiker braucht Luft, um seinem Instrument Töne zu entlocken. Aber wie geht das mit der Atmung genau? Wer das wissen möchte, besucht die Atemübungen, arbeitet eine Stunde praktisch an der Atmung und nimmt einige Anregungen für die tägliche Praxis mit nach Hause.

Da neben Bläsern auch die Schlagzeuger an Bord sind, gibt es natürlich auch Rhythmusübungen, die sicher keinem Musiker schaden können.

Neu im Programm waren heuer die Themen Konzentration und Entspannung, die nicht nur Solisten helfen, ihr Lampenfieber auf ein nutzbringendes Maß zu reduzieren. Für alle gab es wertvolle Tipps zum richtigen Üben und zum Verhalten bei Auftritten – auch in einem Ensemble.

Das Angebot an Nebenfächer ist inzwischen so groß, dass man gar nicht alle Angebote wahrnehmen kann und selektieren muss, weil sich immer irgendwo etwas überschneidet.

Gemeinschaft

Wer zum Bläserurlaub fährt, hat wirklich Interesse an der Musik. Natürlich verfolgen Hobby-Musiker andere Ziele als Studenten oder angehende Berufsmusiker, die sich mit den Korrepetitoren auf ein entscheidendes Vorspiel vorbereiten. Auf allen Ebenen ist es aber interessant, neue Musiker kennenzulernen und sich auszutauschen. Und Kontakte zwischen Bläserurlaubern halten oft über viele Jahre hinweg, und wenn man sich nach einiger Zeit wieder mal in Bad Goisern trifft, ist die Freude riesengroß.

Volle Hochachtung erzielen einige musikalische Wunderkinder mit ihren Darbietungen bei den Konzerten. Bleibt zu hoffen, dass der Applaus der anderen Bläserurlauber sie anspornt, ihr Talent weiter zu nutzen. Und wenn sie eines Tages wirklich berühmt werden sollten, können wir sagen, dass wir einige Takte aus der Anfangszeit kennen.

Fazit

Wer Blasmusik und Qualität im Duett erleben möchte, der ist beim Bläserurlaub bestens aufgehoben. Zwar ist die Teilnahme nicht ganz preiswert, aber sie ist ihren Preis auf jeden Fall wert!

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