Blasmusik-Foren im Web
Zu allen möglichen Themen gibt es Foren im Web, und so natürlich auch zur Musik im Allgemeinen und zur Blasmusik im Speziellen. Es gibt einige übergreifende Foren und etliche instrumentenspezifische Angebote. Heute beginne ich mit ersteren, die anderen folgen in eigenen Beiträgen.
Zunächst noch ein wenig Web-Theorie, mit der sicher nicht jeder so vertraut ist. Denn vielleicht stellt sich der ein oder andere die Frage, was denn nun der Unterschied zwischen einem Forum und einem Blog ist.
Ein Forum ist ein Treffpunkt. Hier kann jeder mitmachen, nach der Registrierung Fragen stellen und beantworten. Die Teilnehmer können auch über private Nachrichten untereinander in Kontakt treten. Die Suche in bestehenden Beiträgen steht allen Nutzern ohne Anmeldung offen. Oft hat man das Glück, in Foren die Antwort auf seine Frage zu finden, sei es, weil jemand anders die Frage bereits gestellt hat, sei es, weil man selbst aktiv wird. Manchmal allerdings hat man auch Pech und kommt auch im Forum nicht weiter.
Ein Blog ähnelt eher einer Vorlesung, in der ein Experte sein Wissen zu einem Thema veröffentlicht. Durch Kommentare können die Leser ihre Meinung kundtun und Ergänzungen liefern. Gute Blogger beantworten auch mal Fragen, die in Kommentaren enthalten sind. Das steht jedoch beim Blog nicht im Vordergrund, zumal ein guter Blogbeiträge sein Thema ausführlich abhandeln sollte.
Foren und Blogs verfolgen also unterschiedliche Ziele, und so gibt es keinen Grund für Konkurrenzdenken zwischen diesem Blasmusik-Blog und den Blasmusik-Foren.
Nun aber zu den Foren:
Dieses Forum bezeichnet sich selbst als das größte deutschsprachige Blas- und Militärmusikforum. Und das ist sicher nicht übertrieben. Das Forum hat eine große und vor allem aktive Mitgliederschar aus über 8500 Musikern. Kaum hat man ein Anliegen eingestellt, kann man auch schon die ersten Zugriffe verzeichnen, und die ersten Antworten lassen auch nicht lange auf sich warten. Die Qualität der Beiträge ist meist gut, und durch die vielen M itglieder entsteht vielfach eine Diskussion in den Threads, die bei vielen Fragen die normale Vielfalt der Meinungen zeigt.
Die Mitglieder im Musiktreff agieren aber nicht nur im Web, sondern treffen sich auch immer wieder zum Musizieren. So gibt es dieses Jahr bereits das 5. Projektwochenende, wo mit einem professionellen Dirigenten gearbeitet wird. Das alles ist natürlich der Initiative und dem Engagement der Administratoren zu verdanken, ohne deren ständige Arbeit natürlich auch das Forum nicht so gut dastehen würde.
Das Blasmusik-Forum gehört zur gleichen Familie wie die Zeitschriften “Bayerische Blasmusik” und “clarino”. Diese Tatsache führt aber nicht dazu, dass das Forum der absolute Renner wäre, stattdessen tröpfelt es so vor sich hin. Manche Threads weisen auch nach Monaten keine Antwort auf.
Mit derzeit gut 1200 Mitgliedern liegt das Blasmusik-Forum weit hinter dem Musiktreff. Und in diesen 1200 Musikern gibt es auch etliche Karteileichen, die nur wenige Wochen nach Eröffung eines Themas nicht mal mehr auf private Nachrichten reagieren.
Auch die Foren zu clarino sind leicht verwaist, denn die letzten neuen Beiträge sind bereits einige Jahre alt. Schade eigentlich. Vielleicht würde eine klare Positionierung und thematische Abgrenzung von anderen Foren helfen. Aber vielleicht fehlt ganz einfach die Zeit für eine regelmäßige Betreuung, was erklären würde, warum das Forum auf der Blasmusik-Seite auch nur schwer zu finden ist.
Zum Abschluß noch ein Blick über die Grenze. Österreich ist ja für seine guten Musikkapellen bekannt, und so verwundert es nicht, dass dieses Forum sehr groß und aktiv ist. Bezogen auf die Größe des Landes sind gut 2000 Mitglieder eine gute Zahl. Sie tummeln sich in verschiedensten Themenbereichen, die Musiker direkt und indirekt interessieren. Auch der Vernetzung der Kapellen untereinander wird Platz eingeräumt, indem z.B. Flyer von Veranstaltungen gepostet werden dürfen.
Im österreichischen Blasmusikforum sind allerdings nicht alle Themen frei zugänglich. Wer Liedertexte lesen möchte, muss sich erst registrieren. Aber das ist ja eigentlich kein Problem und sowieso nötig, wenn man eigene Beiträge schreiben will. Insgesamt ist also Österreich auch web-musikalisch durchaus eine Reise wert.



