Bläserurlaub in Bad Goisern

Geschrieben am 3.03.2009 von Marion in der Kategorie Musikunterricht

Manche aktive Musiker meinen ja, dass Musikunterricht nur etwas für Kinder ist. Und da sie selber den Kinderschuhen schon entwachsen sind, kommt Musikunterricht – noch dazu auf dem vertrauten Instrument – nicht mehr in Betracht. Aber man kennt ja auch das Sprichwort “Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch was dazu.” Und in diesem Sinne kann ich allen Blasmusikanten und Schlagzeugern nur den Bläserurlaub in Bad Goisern ans Herz legen.

Bad Goisern liegt in Oberösterreich im Herzen des Salzkammerguts und ist allein schon deshalb eine Reise wert. Und für eine ganze Woche lohnt sich ja durchaus auch die weiteste Anreise.

Eine Woche lang liegt also Bad Goisern fest in Musikerhand. Wobei die Goiserer selber schon sehr musikalisch sind und eine Vielzahl an Kapellen und musikalischen Gruppen aufweisen können, auch wenn nicht ständig Bläserurlauber mit ihren Instrumentenkoffern die Straßen und Plätze bevölkern und den Stadtpark mit den Proben im Musikpavillon beschallen.
Kernelement des Bläserurlaubs ist der Unterricht auf dem jeweiligen Instrument. Die Dozenten sind durchweg sehr kompetente Musiker, die größtenteils zum Mozarteum in Salzburg gehören. Teilweise wird Gruppenunterricht gegeben, teilweise Einzelunterricht. Am ersten Tag besprechen die Lehrer mit den Teilnehmern den Ablauf der Woche, fragen nach Leistungsstand und Wünschen und erstellen dann den Unterrichtsplan. Bei 50 Querflöten und 3 Dozenten herrschen natürlich andere Regeln als bei 7 Saxophonisten mit einem Dozenten. So jedenfalls habe ich es bei meinem ersten Bläserurlaub erlebt.
Der Unterricht wird durch das Ensemblespiel ergänzt, bei dem in kleinen Gruppen einzelne Stücke erarbeitet werden, die am Abschlußtag auch zur Aufführung gebracht werden können.

Damit aber noch nicht genug. Es gibt weitere Möglichkeiten zum Ensemblespiel in gemischten Orchestern, einer Big Band oder Blechbläsergruppen. Hier kann sich jeder am ersten Tag seine Gruppen aussuchen, mit denen er dann den Rest der Woche täglich probt. Atem- und Rhythmusübungen werden ebenfalls angeboten. Davon gibt es meist mehrere Kurse pro Tag, so dass man daran so teilnehmen kann, wie es der restliche Stundenplan zulässt.

Neben diesem Programm für die Hobby-Musiker werden auch Meisterkurse für Musikstudenten und Kurse für Dirigenten angeboten.

Für alle Teilnehmer gibt es schließlich noch Noten- oder Instrumentenausstellungen und ein Freizeitprogramm für den Abend. Der Abend auf der Alm während meines Bläserurlaubs war zwar leider wetterbedingt nicht der große Reißer, aber umso legendärer war die Theaterinszenierung der Dozenten am letzten Abend. Seltsam gewandete Gestalten tauchten da plötzlich auf und bereiteten ein Spektakel, das mit der Verbrennung einer Klarinette endete. Die Blechbläser haben sich köstlich amüsiert, uns Holzbläsern blieb nur die Hoffnung, dass es wirklich ein völlig unbrauchbares Instrument gewesen sein mag.

Der Bläserurlaub hat etliche musikalische Freundschaften entstehen lassen, die zumindest postalisch noch immer bestehen. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja heuer ein Wiedersehen. Nach einigen Jahren der Abstinenz steht der Bläserurlaub bei mir wieder hoch auf der Liste.

Der Preis von EUR 320.- für Einzelpersonen mag zwar etwas hoch erscheinen, zumal Unterkunft und Verpflegung noch dazu kommen. Aber für das hochkarätige musikalische Angebot ist es sicher nicht zu viel. Und vielleicht findet sich ja eine Gruppe, damit die Gruppenermäßigung in Anspruch genommen werden kann.

Und auch wenn der Internetauftritt der Landesmusikschule nun schon ein wenig in die Jahre gekommen und inhaltlich karg ist – der Bläserurlaub ist es nicht!

Kommentar hinterlassen

Bitte füllen Sie die Felder mit * aus. Ihre Mailadresse wird im Blog nicht angezeigt.