Die Atmung des Blasmusikers
Um einem Blasinstrument Töne zu entlocken, braucht es Luft. Da das für alle Blasinstrumente gilt, sollte jeder Bläser seiner Atmung ausreichend Aufmerksamkeit schenken. Für die Blechbläser ist das Thema Atmung noch ein bisschen wichtiger als für die Holzbläser, da beim Blech der Ton ja schon vor dem Instrument entsteht, indem die Lippen in Schwingung gebracht werden. Bei der Klarinette bildet sich der Ton erst am Instrument durch die Schwingungen des Blättchens.
Warum aber sollte der Bläser das Atmen üben – etwas, was man andauernd und völlig automatisch tut?
Nun, es kann passieren, dass die “richtige” Atmung durch falsche Gewohnheiten, z.B. eine falsche Haltung, verloren geht. Und das kann durchaus eine gute musikalische Leistung verhindern.
Wenn man einmal bewusst tief einatmet, kann man die verschiedenen Bereiche im Oberkörper spüren, in die man die Luft hineinatmen kann:
- unterer Bauch
- oberer Bauch
- Flanken
- unterer Brustkorb
- oberer Brustkorb
Mit verschiedenen grundlegenden Atemübungen kann man nun dafür sorgen, alle diese Bereiche zu dehnen, z.B.
- 5 Schläge lang einatmen und 5 Schläge lang wieder ausatmen, das Ganze immer ruhig und gleichmäßig
- 4 Schläge durch die Nase einatmen, 8 Schläge Luft anhalten (ohne zu verkrampfen) und dann auf 1 Schlag alles ausatmen.
Solche Atemübungen eignen sich auch sehr gut für den Anfang einer Orchesterprobe, um die Musiker aus dem Alltag auf eine gemeinsame Ebene zu holen.
Auf der nächsten Stufe stehen Atemübungen für die Zwerchfellatmung, die vor allem Blechbläser so lange üben sollten, bis ihnen die richtige Atmung in Fleisch und Blut übergegangen und automatisiert ist.
Wem nicht klar ist, was die Zwerchfellatmung ist, der lege sich auf den Rücken, stelle die Beine an, die Füße breiter als hüftbreit, so dass die Knie aneinandergelehnt werden können, und strecke die Arme über den Kopf nach oben und lege sie auf dem Boden ab. Die Atmung, die in dieser Position einzig möglich ist, ist die Zwerchfellatmung.
Aktiv üben lässt sich die Zwerchfellatmung mit der links gezeigten Übung. Dafür braucht man ein Röhrchen oder ein Stück dicken Schlauch und einen Müllsack. Das Rohr wird in den Müllsack gesteckt und dicht festgehalten.
Nun bläst man den Sack durch kräftiges Ausatmen schubweise auf und spürt am Ende den Gegendruck des vollen Sacks im Bauch.
Achtung – nicht übertreiben und gleich aufhören, falls man schwindelig werden sollte.
Die dritte Gruppe von Atemübungen lässt sich direkt auf das Instrument übertragen. D.h. man macht die Übung und versucht dann auch mit dem Instrument genauso unbefangen zu atmen wie vorher ohne Instrument. Denn oft kommt es vor, dass man mit dem Instrument verkrampft und mit falscher Atmung weniger schöne Töne herausbringt.
Als Hilfsmittel benötigt man ein kurzes Stück Gartenschlauch (0,5 Zoll Durchmesser), das man in den Mund nimmt.
Nun atmet man ein paar Züge durch den Schlauch ein und aus – tief, ruhig und in den Bauch. Und exakt mit der gleichen Ruhe atmet man nun zum Spielen am Instrument ein und auch wieder aus.
Bei allen Instrumenten muss die Luft gleichmäßig fließen. Ein- und Ausatmung bilden einen permanenten Kreislauf, d.h. die Luft darf weder angehalten noch im Körper gestaut werden. Letzeres führt nämlich besonders beim Blech zu deutlich unschöneren Tönen.
Die unterschiedlichen Töne entstehen bei den Holzblasinstrumenten nur durch die Bewegung der Finger, die aber den Luftfluß nie unterbricht. Beim Blech funktioniert das analog mit der Bewegung der Ventile – allerdings nicht über den gesamten Tonumfang.
Und selbst gestoßene Töne unterbrechen den Luftfluß selber nicht. Es ist also nur die Zunge, die dafür sorgt, dass kurzfristig keine Luft mehr ins Instrument fließt. Die Atmung stockt beim Anstoßen nicht aus dem Bauch heraus.
Und natürlich ist immer eine gute Haltung wichtig, bei der man den Luftfluß weder durch übereinandergeschlagene Beine noch durch einen runden Rücken beeinträchtigt. Wer im Stehen spielt, kann das weitgehend verhindern.




Vielen Dank für die guten Tipps auf dieser Seite, einiges habe ich schon ausprobiert.
Ich habe allerdings eine Frage: Mir hat jemand erzählt – es gibt bei Bläsern auch eine “Kreislaufatmung????”, also eine Atmung bei der man ständig einen Luftstrom fließen lassen kann, ohne das Instrument kurz abzusetzen oder eine Pause zum Atmen einzulegen, indem man immer etwas Luft als Reserve lässt. Stimmt das? Wenn ja, wie kann man die erlernen?