Abwechslungsreiches Adventskonzert des Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen
Auch in diesem Jahr war das Adventskonzert des Gebirgsmusikkorps in Brannenburg wieder fest im Kalender eingetragen und zum Glück unabhängig von der Schließung der dortigen Kaserne. Da das Gebirgsmusikkorps wohl auch die Bundeswehrreform überlebt hat, konnten die Besucher in der gut gefüllten Kirche nicht nur dieses Konzert genießen, sondern sich bereits über die Konzertankündigung für das nächste Jahr freuen.
Das Gebirgsmusikkorps ist zwar inzwischen für seine abwechslungsreichen Adventskonzerte bekannt, überrascht immer dennoch immer wieder auf’s Neue. So stieg bereits beim Lesen des Programms die Spannung, wie denn ein Frauendreigesang mit Orchester klingen würde. Zunächst vermutete ich eine lokale Kooperation, da in Brannenburg ja ein sehr guter Frauendreigesang zu Hause ist. Aber da das Konzertprogramm an mehreren Orten gespielt wird, war es dann doch logisch, dass das Orchester eine heimische Gruppe mitgebracht hatte. Zu den drei Damen im Dirndlg’wand mischten sich aber bei zwei Stücken auch noch einige Musikerinnen und Musiker als Verstärkung. Und da glänzte nicht nur der ausgebildete Tenor, der ja im Vorjahr einen beeindruckenden Soloauftritt hatte. Auch einige Musikerinnen zeigten, dass sie nicht nur Flügelhorn oder Klarinette bestens beherrschen, sondern auch Gold in der Kehle haben.
Und genau diese Vielseitigkeit macht das Adventskonzert so reizvoll. Etliche Musiker zeigen, dass sie neben ihrem angestammten Blasinstrument eben auch singen können oder alpenländische Saiteninstrumente beherrschen und viel Freude daran haben, ihr Können auch dort zu präsentieren. Die Enge einer kleinen Kirche und die notwendigen Platzwechsel nehmen sie dafür gerne in Kauf, um den Zuhörern mehr als „nur“ das große Blasorchester zu bieten.
Ein Blechbläser-Doppelquintett von der Orgelempore eröffnete das Konzert mit der Sonata XIII von G. Gabrielli, bevor die Stubn-Musi mit Hackbrett, Ziachorgel, Gitarre und Kontrabass im Gang eine heimelige Hütten-Atmosphäre verbreitete. Die Hüttn-Musi ließen mit ihren weichen Blechbläserklängen das Feuer im Kamin weiter knistern. Die Musik schaffte es tatsächlich, die Zuhörer in der kalten Kirche von innen zu wärmen.
Ein großer Klarinetten-Chor (mit einem Fagott) zeigte musikalisch wie „Schean ruhig is di Wintazeit“, bevor das Brass-Ensemble den Ros enstpringen liess.
Die Flötistin Simone Steiner lockerte das Konzert wieder mit hintergründig-besinnlichen Texten auf , die durchaus zum Nachdenken anregen konnten.
Das „Concerto d’Aranjuez“ von J. Rodrigo war zwar vom Saxophon-Quartett sehr schön gespielt, passte aber für meinen Geschmack nicht so gut in das adventliche Programm. Aber der Andachts-Jodler führte die Zuhörer zurück ins vorweihnachtliche Alpenland und leitete in den zweiten Konzertteil über, in dem das große Orchester im Altarraum Platz genommen hatte.
Nach der „Adeste Fideles Ouverture“ und einem Weihnachtslieder-Potpourrie, beide von Guido Rennert komponiert, kam der Auftritt des Frauendreigesangs. Die Idee ist auf die Arrangements von Hannes Apfolterer, dem Dirigenten der Militärmusik Tirol und der Tiroler Kaiserjäger, zurückzuführen. „Alle Jahr um dö Zeit“ und „Schlaf mein liebes Jesulein“ hat er für Orchester und Sänger arrangiert, und Dirigent Prchal hatte seine Musiker natürlich so gut im Griff, dass sie den Sängerinnen nicht übertönten.
Seine Gestik und Mimik, der Blick zu den Sängerinnen vor Beginn des Stückes und zu seinen Musikern danach waren aus der ersten Reihe betrachtet wieder sehr interessant und ein guter Beweis, wie gemeinsames Arbeiten gelingen und Freude machen kann.
Der Schlussapplaus war lang anhaltend und stark, so dass das Gebirgsmusikkorps sich entgegen ihrer Regel bei Kirchenkonzerten doch noch zu einer Zugabe überreden ließ, bei der auch die Zuhörer ihre Sangeskraft unter Beweis stellen konnten.
Es war also wieder ein rundum gelungenes Konzert, das hoffentlich noch lange in dieser Form in Brannenburg im Terminkalender bleiben wird.



